der Spiegel

offene Fenster ermuntern am draußen Geschehenen teilzunehmen….

Eine Ausstellung im Rahmen der Triennale III Kärnten zum Thema schock.šok.shock initiiert durch den Kunstverein Kärnten 2023

Subtitel: take.care

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Die Menschheit ist heutzutage mit einem praktischen Handy ausgestattet und hat dadurch die
Verbreitung des fotografischen Selbstporträts, auch bekannt als „Selfie“, in gigantischem
Ausmaß ermöglicht. Im Internet finden sich unzählige selbst geschossene Bilder von
Personen. Dabei streben die Menschen danach, sich von ihrer besten und schönsten Seite zu
präsentieren, und teilen sogar die intimsten Aspekte ihres Privatlebens mit der Welt. Diese
übertriebenen Selbstdarstellungen sind jedoch weit entfernt von einem realistischen
Selbstbild.
Das zentrale Element dieser Ausstellung ist die Verwendung von Spiegelfolie in Stücken, die
mit einem roten Faden zusammengenäht sind. Die Spiegelfolie symbolisiert das Abbild und
das Spiegelbild, die in der heutigen Welt der Selfies allgegenwärtig sind. Doch hinter der
glänzenden Oberfläche dieser Selbstinszenierungen liegt eine Schattenseite.
Die Spiegelfolie ist zerschnitten und wieder zusammengenäht, was die Schmerzen und
Wunden repräsentiert, die wir tragen, aber nicht zeigen wollen. Jeder Schnitt erzählt eine
Geschichte des Leidens, der Verletzlichkeit und des Kampfes, die uns formen, aber von der
Welt um uns herum oft übersehen werden.
Die Werke stellen die Frage, ob unsere Selbstdarstellung tatsächlich unsere wahre Identität
widerspiegelt oder ob wir nur ein konstruiertes Bild von uns selbst präsentieren, um unsere
Wunden zu verbergen.
Der Besucher wird eingeladen, im Dialog mit den beiden Objekten über die Themen Schönheit,
Vergänglichkeit, Selbstreflexion und die Auswirkung der Selbstdarstellung in der digitalen Welt
nachzudenken.

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Subtitel: bruch.linien

Fragmentierte Realitäten: Die Ästhetik des Glasbruchs

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Die Künstlerin widmet sich in ihren Werken dem Thema Spiegel und erforscht dabei Bruchlinien. Ihre Werke präsentieren abstrakte Formen, die von zerbrochenem Glas inspiriert sind. Die Technik des Linoldrucks wird verwendet, um die bildliche Darstellung und Verdichtung von Bruchlinien umzusetzen. Dabei werden Spiegelfolie, verschiedene Papiere und Zeitungskollagen verwendet.

Durch die Verwendung von Spiegelfolien wird der Betrachter buchstäblich in das Bild einbezogen. Indem er sich selbst in den reflektierenden Oberflächen wahrnimmt, wird er zu einem Teil der Kunst und kann über seine eigene Identität und Rolle in der Welt nachdenken.

Die Verwendung der Farbe Schwarz zieht den Betrachter weiter in die Werke hinein. Schwarz ist eine Farbe, die sowohl Dunkelheit als auch Tiefe symbolisiert. Sie lädt dazu ein, in die verborgenen Ecken unseres Bewusstseins vorzudringen und das Unbekannte zu erkunden.

Die abstrakten Linien, die in den Werken präsent sind, versinnbildlichen die Komplexität des menschlichen Lebens. Sie spiegeln die verschiedenen Wege wider, die wir gehen, die Beziehungen, die wir eingehen, und die Entscheidungen, die wir treffen. Durch die Kombination von abstrakten Linien mit Buchlinien werden Erinnerungen und Geschichten miteinander verwoben, um eine tiefere narrative Dimension zu schaffen.

Die Künstlerin nutzt Zeitungscollagen auf eine fast unsichtbare Weise, formt Artikel und Ausschnitte zu neuen Zusammenstellungen. Die Fragmentierung der Zeitungsinhalte spiegelt die Fragilität der Wirklichkeit wider und eröffnet neue Perspektiven auf unsere Wahrnehmung von Realität.

Dreidimensionale Elemente verstärken den Eindruck von Tiefe und Struktur, wodurch ein faszinierendes Zusammenspiel zwischen Fläche und Raum entsteht.

Der Besuche wird eingeladen, in die Welt der Reflexionen einzutauchen und sich selbst in den Werken zu entdecken, sich von den vielfältigen Perspektiven inspirieren zu lassen und in die Mysterien des eigenen Ichs einzutauchen. Denn letztendlich sind wir alle ein Spiegelbild der Welt um uns herum.

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Bilder zur Ausstellung (c) Michael Watzenig & (c) Petra Tragauer

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